„Muss es sein?“
„Es muss sein!“

Samstag, 27. November 2021, 19:30 Uhr

Asasello-Quartett
Rostislav Kozhevnikov, Violine
Barbara Kuster, Violine
Justyna Śliwa, Viola
Teemu Myöhänen, Violoncello

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Streichquartett Nr. 2 a-Moll Op. 13
– Adagio – Allegro vivace
– Adagio non lento
– Intermezzo. Allegretto con moto – Allegro di molto
– Presto – Adagio non lento

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Streichquartett Nr. 13 b-Moll Op. 138
Adagio – Doppio movimento – tempo primo

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichquartett Nr. 16 F-Dur Op. 135
– Allegretto
– Vivace
– Lento assai e cantante tranquillo
– Der schwer gefasste Entschluss: «Muss es sein?» Grave, ma non troppo tratto – «Es muss sein!» Allegro – Grave, ma non troppo tratto – Allegro

Kurz nach Beethovens Tod schrieb der 18-jährige Mendelssohn sein 2. Streichquartett. Noch enger als sonst lehnte er sich in diesem Werk ans grosse Vorbild an, mit zahlreichen formalen Freiheiten und Zitaten – zum Leidwesen seines Vaters, der „fortwährend in der übelsten Laune war, auf Beethoven und alle Phantasien schalt und mich darum oft betrübte“. Mendelssohn fühlte sich im Schatten des verehrten Meisters so sicher, dass er das Pariser Publikum der Uraufführung in voller Absicht damit provozierte: „…und so glaube ich, das ganze Publikum wird morgen niesen.“ In diesem Quartett zitiert er auch sich selbst, mit Motiven aus früheren Liedern und den dazugehörigen Fragen „ist es wahr?“ und „weisst du noch?“ – auch das eine sehr subtile Reaktion des jungen Genies auf das letzte Quartett (op. 135) des reifen Beethoven.
Die Brücke von Mendelssohn zu Beethoven führt heute Abend über das dunkle, eigenwillige und schroffe Quartett Nr. 13 von Schostakowitsch, komponiert im Jahre 1969. Leicht zu erkennen, dass er es einem Bratschisten widmete: dem Instrument werden in diesem Quartett ungewöhnlich viele entscheidende, oft solistische Aufgaben übertragen.
Weniger als ein Jahr vor seinem Tod komponierte Beethoven das Streichquartett op. 135. Geplagt von Krankheiten und privaten Problemen, arbeitete er bei jeder sich bietenden Gelegenheit sehr intensiv an seinen letzten Werken. Dabei kam er bei seinem allerletzten Quartett mit überraschend wenig Aufwand aus, statt komplexen, undurchdringlichen Strukturen wird die Musik plötzlich still und heiter. Besonders deutlich wird das im Finale: es trägt den Titel „Der schwer gefasste Entschluss“, schwer und lastend beginnt die Einleitung mit der Frage „Muss es sein?“, mit mehreren Wiederholungen wird sie immer dringlicher. Umso überraschender ist die Antwort: „es muss sein!“, denn sie wirkt gut gelaunt und besänftigend, ja fast lakonisch. Fatalistischer Abschied, letzte Pointe oder einfache, reine Wahrheit? So beschliesst der Meister sein letztes Werk.

Eintrittspreis: CHF 38.-
Studenten/Schüler: CHF 23.-
Mitglieder Konzertgesellschaft Klanglichter: CHF 33.-

Aufgrund der Corona-Massnahmen kann die Anzahl der verfügbaren Sitzplätzen beschränkt sein. Frühbuchung sehr empfohlen.
Türöffnung jeweils 45 Min. vor dem Konzert.