Ravels 151. Geburtstag

Samstag, 7. März 2026, 19:30 Uhr

Adrian Oetiker
Klavier

Hommage à Maurice Ravel
Sonatine
Miroirs
Valse nobles et sentimentales
Le Tombeau de Couperin

Maurice Ravel – Klangzauber zwischen Impressionismus und Klassik

Heute feiern wir den 151. Geburtstag von Maurice Ravel, und wir möchten diesem grossen französischen Meister dazu einen ganzen Abend widmen.

Maurice Ravel gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts. Seine Musik ist geprägt von außergewöhnlicher Klangraffinesse, rhythmischer Präzision und einem phänomenalen Gespür für musikalische Farben. Zwar wird er generell dem Impressionismus zugeordnet, aber vor allem war Ravel ein eigenständiger Geist, der sich einerseits von der französischen Tradition, andererseits auch von vielen anderen Einflüssen inspirieren ließ, zB von seiner spanischen Herkunft, vom französischen Barock, in den „Valses“ gar gleichzeitig vom Jazz und von Schubert. Das heutige Programm vereint vier zentrale Werke seines Schaffens für Klavier, die Ravels Stil in seiner ganzen Vielfalt widerspiegeln.

Die dreisätzige Sonatine ist eines von Ravels frühesten Meisterwerken. Es entstand als Beitrag zu einem Kompositionswettbewerb und besticht durch seine klassische Klarheit und formale Strenge – gepaart mit der für Ravel typischen Eleganz und klanglichen Raffinesse (da der erste Satz ein paar Takte zu lang war, wurde die Komposition nicht zum Wettbewerb zugelassen).

In den fünf Stimmungsbildern von Miroirs entwirft Ravel impressionistische Klangwelten, die zugleich poetisch und hoch virtuos sind. Jedes der Stücke widmete er einem Mitglied seines Künstlerkreises, „Les Apaches“. Vom flirrenden „Noctuelles“ über das melancholische „Oiseaux tristes“, das majestätische „Une barque sur l’océan“ bis hin zur klanglich exotischen „Alborada del gracioso“ und dem geheimnisvollen „La vallée des cloches“ entfaltet sich ein Kosmos impressionistischer Klangfarben, wie ihn nur Ravel erschaffen konnte.

Die Valses nobles et sentimentales, eineFolge von sieben Walzern mit Epilog, sind eine Hommage an Franz Schubert, dessen „Valses nobles“ und „Valses sentimentales“ Ravel in Form und Titel aufgreift. Die Stücke sind enorm vielfältig, von verspielter Leichtigkeit bis zu klanglicher Abstraktion, harmonisch teilweise auch vom Jazz beeinflusst. Ein besonderer Höhepunkt ist der Epilog, in dem Bruchstücke aller vorangegangenen Tänze in athmosphärischer Dichte noch einmal erklingen.

Trotz der offensichtlichen Bewunderung Ravels für Schubert war ihm der französische Barok als Ausgangspunkt für eine eigenständige französische Musikkultur sehr wichtig. Als stolzer Franzose meldete er sich 1914 nach der Kriegserklärung Deutschlands sogar freiwillig bei der Armee, wurde aber als dienstuntauglich eingestuft. In Le Tombeau de Couperin aus dem Jahr 1917 feierte er französische Eleganz, Heiterkeit, Raffinesse und Virtuosität, gleichzeitig ehrte er mit den Widmungen der einzelnen Sätze sechs Freunde, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren hatten.

Programmtext: © Adrian Oetiker

Eintrittskarten: CHF 43.-
Schüler und Studierende: CHF 23.-

Abo für 6 Konzerte 2026: CHF 215.–

Mitglieder der Konzertgesellschaft Klanglichter: CHF 8.- Ermässigung auf Einzeltickets / Abo: CHF 175.–

Türöffnung: 18:30 Uhr
Abendkasse: nur Barzahlung